Der Beruf des Ofen- und Luftheizungsbauers

 

Ofen- und Luftheizungsbauer/-in:  Ein Traumberuf für kreative Köpfe.

 

Ofen- und Luftheizungsbauer ? Klingt zuerst einmal verstaubt und nach aussterbendem Handwerk. Das liegt

möglicherweise an der offiziellen Berufsbezeichnung. Ein Werbetexter würde wohl eher von Ofendesigner oder Wärmearchitekt sprechen – eine Bezeichnung, die dem Kern dieses Handwerksberufes schon viel näher kommt.

In der Tat gibt es kaum einen Beruf, der Kreativität, künstlerisches Geschick und Technik so eng miteinander verknüpft

wie der des Ofen- und Luftheizungsbauers.

 

Je nach Region gibt es für unsere Berufsbezeichnung mehrere Synonyme: Kachelofenbauer, Kaminbauer, Ofensetzer,

Ofenbauer oder auch Hafner. All diese Namen stehen für den Beruf des Ofen- und Luftheizungsbauers/-in.

 

Jeder Kunde und jedes neue Projekt verlangt neue, individuelle Gestaltungsvorschläge. Jeder Ofen oder Kamin erhält

eine eigenständige Form und Funktion für seinen Betreiber. Das verlangt Vorstellungskraft, ein Gespür für die

Anforderungen des Raumes und vor allem Sensibilität gegenüber den Wünschen des Kunden. Es geht darum, anderen

Menschen den ureigenen Traum vom Feuer und einer gemütlichen Wärmeatmosphäre zu erfüllen, sich mit ihnen zu besprechen und anschließend die passenden Lösungen zu kreieren und diese in einer perfekten CAD-Zeichnung am

Computer zu zeichnen und sie anschließend beim Kunden zu Hause Eins zu Eins umzusetzen und zu realisieren.

 

Alle diese Dinge machen den Beruf des Ofen- und Luftheizungsbauers so einzigartig. 

 

Wenn es um Wärme und Öfen geht, spielen Physik und Mathematik eine große Rolle. So beschäftigt man sich mit Wärmebedarfsberechnungen, Zugberechnungen und Unterdrucksystemen in Räumen ebenso wie mit elektronischen Steuerungssystemen für Kombinationen von Holzheizung und Solar. Der Umgang mit Öl- und Gasfeuerungen will ebenso

erlermt sein wie die Verarbeitung von Natursteinen und Fliesenlegerarbeiten. Ein Ofenbauer muß harten Stahl genauso

beherrschen wie die Herstellung von weichen, organischen Putzformen.

 

Die große Freude liegt aber in der reinen Arbeit mit den Materialen wie Naturstein, Keramik, Spachtelflächen und Arbeiten

aus Edelstahl bis hin zum Rohstahl,wenn es um die Gestaltung einer Kamin oder Ofenanlage geht. Jeder Ofenbauer und

auch jeder Jungmeister hat echte Zukunftsperspektiven, da er auf dem Arbeitsmarkt ein gesuchter Spezialist ist oder auch

die eigene Selbständigkeit früh starten kann. Dabei können die individuellen Neigungen, von künstlerisch bis techniklastig,

den Betrieb prägen.

 

Eines ist sicher: Ofen- und Luftheizungsbauer wird es noch lange geben, denn kein Produkt der Heizungsbranche

verbindet Emotion und Technik so stark wie das Holzfeuer in einem Kamin und Kachelofen. Es bleibt einfach die schönste, romantischste und günstigste Heizung der Welt.

 

Interessierten Schulabgängern raten wir unsere Ofenbaubetriebe aufzusuchen und um einen Lehrplatz anzufragen.

Als Qualifikation sollte mindestens ein einfacher Schulabschluß vorhanden sein.

 

Die Lehrzeit beträgt drei Jahre. Da unser Beruf so exklusiv ist, gibt es nicht so viele Berufsschulen, an denen Ofen- und

Luftheizungsbauer unterrichtet werden können. Alle Lehrlinge aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und

Saarland gehen nach Stuttgart in die dortige Robert-Mayer-Schule im Stadtzentrum am Rotebühlplatz.

 

Der Unterricht erfolgt in jährlich 2 Blöcken zu jeweils 6 Wochen Blockunterricht. Dazu erhalten die Schüler pro Jahr eine

zweiwöchige überbetriebliche Ausbildung im Ausbildungszentrum in Rottweil. In beiden Fällen gibt es passende Zug-

verbindungen für die Lehrlinge. Die Unterkunft erfolgt in speziellen Jugend-Wohnheimen, in denen alle Lehrlinge der

Blockunterrichtsklassen untergebracht sind.

 

 

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